Adult time for adult crime – der Leitsatz der Politik?

„Mehr Arbeitsplätze für Jugendliche sichern“, „Die Jugend ist Zukunft“ „Wir müssen die Jugend erreichen“ Mit Slogans wie diesen und ähnlichen versuchen PolitikerInnen bei Wahlkämpfen immer mehr auf Jugendliche und ihre Bedürfnisse einzugehen. Um zu zeigen, dass es hierbei nicht bei leeren Wahlversprechen bleibt, werden sogar verschiedene Initiativen, wie auch unser Blog, in die Wege geleitet. Doch inwieweit steigern solche Aktionen das Interesse Jugendlicher und Ihr vertrauen in Politiker und Politikerinnen?

Laut einer vom österreichischen Parlament in Auftrag gegebenen Studie, die im April diesen Jahres veröffentlicht wurde, ist die Euphorie der Jung- und ErstwählerInnen wieder stark am Sinken. Rückgeführt wurde dieser Rückgang, bei der Podiumsdiskussion „Wählen mit 16: Wahlbeteiligung ging zurück“, auf das Interesse der Jugendlichen. „Man müsse zuerst das Interesse der Jungen Leute wecken und ihnen Kompetenz vermitteln um zu einer höheren Wahlbeteiligung zu gelangen“ heißt es im Bericht der Veranstaltung. Interessant war außerdem, dass die Studie ergab, je Interessierter der oder die Jugendliche ist und je besser sie ihr wissen einschätzen, desto eher gehen sie wählen.

Fakt ist jedoch, dass dieses Problem nicht nur auf nationaler Ebene präsent ist. In ganz Europa finden die Parteien bei den jüngeren Generationen wenig Anklang und stoßen auf Desinteresse und Unzufriedenheit. Projekte wie zum Beispiel unser Wahlinformationsblog eu2014.at sollten dem Abhilfe schaffen und von Jugendlichen für Jugendliche geschrieben werden. Doch können solche Initiativen Jugendliche für Politik interessieren und die Wichtigkeit der Inanspruchnahme des Wahlrechts ausreichend vermitteln?

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Die oben angeführte Grafik zeigt die geplante Wahlbeteiligung von 40 befragten Jugendlichen aus Österreich und Deutschland. 75 Prozent von ihnen haben vor die Wahlkabine zu betreten, jedoch sind viele noch unschlüssig, welche Partei sie wählen sollen. Wahlinformationen zur kommenden Wahl findet man, vor allem in ländlichen Gebieten, nur sehr selten und wenn man doch ein einzelnes Plakat findet, dann stößt man eher auf Zitate wie „Echte Volksvertreter statt EU Verräter“ oder Ähnlichem, was es für Uninformierte wiederum erschwert an die EU zu glauben und mit einer positiven Einstellung das Wahllokal zu betreten.

Auch die mediale Information ist sehr durch EU-Ausstiegsparteien und EU-kritische PolitikerInnen beeinflusst und lässt so zunehmend einen allgemeinen EU-kritischen Eindruck entstehen. Das Problem dabei ist, dass nur die Wenigsten, zusätzlich zu Massenmedien, weiterführende Informationen einholen, um sich so eine eigene subjektive Meinung zu bilden, dies musste ich nicht nur in meinem persönlichen Umfeld schmerzlich feststellen. Denn wie uns Jungen das nun einmal so beigebracht ist: „Was in der Zeitung steht und im Fernsehen gesagt wird, daran gibt es nichts zu zweifeln.“

Schon seit Jahren wird versucht die Wahlbeteiligung der Jugendlichen zu erhöhen. Dies geschah durch Wahlversprechen oder die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Kurzfristige Erfolge ließen sich zwar schnell verzeichnen, das Interesse klang jedoch schnell wieder ab. Fazit ist, dass – wenn mehr Jugendliche wählen sollen – auch mehr auf die Jugendlichen eingegangen werden muss und sie als vollwertige WählerInnen anerkannt werden müssen. Um dieses Ziel zu erreichen  ist es jedoch nicht nur in Österreich noch ein weiter Weg.