Deutschland – O’zopft is!

Jedes Jahr zieht es rund sechs Millionen Menschen auf die bayrische „Wiesn“. Das Oktoberfest ist beliebt und umstritten zugleich. Für die einen ist es eine liebgewonnene Tradition, die anderen sehen darin ein sinnloses Massenbesäufnis, das unseren deutschen NachbarInnen eine gute Ausrede dafür bietet, zu tief ins Glas zu schauen. Bierzeltgaudi und Rummelplatz werden automatisch mit dem Oktoberfest verbunden. Dass es nicht erst seit ein paar Jahren stattfindet, wissen die meisten Feierwütigen wahrscheinlich vor der ersten Maß auch noch, aber wie das Oktoberfest tatsächlich entstanden ist und was die Deutschen selbst von ihrem internationalen Exportschlager halten, das wissen wohl die wenigsten.

Das in München jährlich stattfindende Oktoberfest, das jeden Herbst von mehr als sechs Millionen Menschen besucht wird, gilt heute als das größte Volksfest der Welt. Es dient jedoch nicht nur dem Alkoholkonsum, sondern geht auf eine 200-jährige Tradition zurück.

In Bayern waren Oktoberfeste früher keine Rarität. Sie hatten den Nutzen das Märzenbier der vorherigen Saison aufzubrauchen. Die erste sogenannte „Wiesn“ fand aufgrund der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig und der Prinzessin Therese statt. Es wurde vom Stil der antiken Olympischen Spiele geprägt und war wegen der Pferderennen ein eher sportliches Event. Aufgrund des großen Erfolgs wurde es seither jährlich wiederholt. In seiner 203-jährigen Geschichte ist das Fest erst 24 Mal ausgefallen. Das erste mal 1813 auf Grund der napoleonischen Kriege. Auch während des ersten und des zweiten Weltkriegs wurde das Fest ausgesetzt.

Im Laufe der Zeit wurden die Pferderennen durch Karussells, Musikkapellen und Festzelte ersetzt. So entstand eine der wichtigsten Veranstaltungen Deutschlands. Aus dem royalen Hochzeitsfest des Königspaares wurde ein Mallorca-ähnlicher „Ballermann“. Als ein in den letzten Jahren immer größer werdendes Problem gilt dadurch der zunehmende Alkoholkonsum. Um dem entgegen zu treten, wurden entsprechende Maßnahmen getroffen. Um den Traditionellen Charakter zu erhalten und damit das Oktoberfest auch für Kinder und ältere Menschen wieder ein Spaß wird, darf vor 18:00 nur Blasmusik bis 85 Dezibel gespielt werden. Somit war wieder Oktoberfest statt „Ballermann“ angesagt. Zumindest bis zum Abend – da gibt es dann wieder Schlager und Popmusik bei voller Lautstärke.

Auch die 17-jährige Lena R. aus Deutschland freut sich jedes Jahr erneut auf das alljährlich stattfindende Oktoberfest, um mit ihren Freunden zu feiern – egal, ob mit oder ohne Bier. „Das Oktoberfest ist jedes Jahr wieder eine Freude und ein guter Grund, um mich in mein schönstes Dirndl zu schmeißen.“ Auch die typische Tracht, die aus einem Dirndl oder einer Lederhose besteht, darf auf dem Oktoberfest natürlich nicht fehlen. Das Dirndl gehört sowohl in Bayern, als auch in Österreich zur traditionellen Festtagskleidung. Der Name leitet sich vom deutschen Wort „Dirne“ ab, was soviel wie „junges Mädchen“ bedeutet. Anfangs war es nur die Kleidung der Dienstbotinnen und später setzte es sich als „ländliches“ Kleid durch, da es als schlichtes Sommerkleid – im Gegensatz zu den damals teuren Frauentrachten – eine billigere Variante war.

Die Lederhosen der Männer kann man in zwei Sorten unterscheiden: Kurze Hosen, die zur Arbeit und zur Jagd getragen wurden oder Kniebundhosen, die als Festtagshose galt und der Ursprung der heutigen Lederhose leitet sich von der Culotte ab, die eine eng anliegende höfische Kniebundhose war. Die Hosen wurden aus Leder angefertigt, da Leder schon damals als strapazierfähiges Material galt. Leider werden die traditionellen Trachten von vielen jungen Mädchen modernisiert und jedes Jahr ein Stückchen kürzer. Ein neuer Trend ist auch das Tragen der Lederhosen von Mädchen.

Mittlerweile wird das Oktoberfest jedoch nicht mehr nur in Deutschland gefeiert, sondern in die ganze Welt exportiert. Die größte Nachahmung findet sich in China – das Oktoberfest in Qingdao mit jährlich etwa 3 Millionen BesucherInnen. Aber auch in Österreich fand 2011 das erste Mal die „Wiener Wiesn“ statt, die 2013 320.000 Menschen in den Wiener Prater zog.

Steckbrief

Deutschland ist ein Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion) und  somit schon seit 1952 ein Teil der Europäischen Gemeinschaften, die mit dem Vertrag von Maastricht 1993 unter dem Dach der Europäischen Union zusammengefasst wurden.

Mitglied der Eurozone: Ja

EU- Abgeordnete: 99

Kommissar:  Günther Oettinger (Energie)

Vertreter im Europäischen Rat: Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Hauptstadt: Berlin

EinwohnerInnenzahl: 82 Millionen

Fläche:  356.854 km²

Bevölkerungsdichte: 230 EinwohnerInnen/ km²

Amtssprache: Deutsch

Regionale Amtssprachen: Dänisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Niedersorbisch und Obersorbisch

Autochthone Minderheiten: die DänInnen, die friesische Volksgruppe, die deutschen Roma und das sorbische Volk

Foto by Carmen Fechner (cc by-nc)

Teresa Holzner Teresa Holzner ist 15 Jahre alt und besucht das BG Blumenstraße in Bregenz.