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Energie-(R)Evolution

Der ewige Föhn in Innsbruck. Kein Schnee in den Bergregionen Österreichs. Erste Anzeichen des Klimawandels oder nur ein erfundener Mythos eines paranoiden Klimaforschers?

In den vergangen hundert Jahren hat sich die Menschheit nur wenig Gedanken darüber gemacht, wie es um unseren Planeten bestellt ist. Unsere moderne Gesellschaft ermöglicht uns ein scheinbar bequemes Leben: Flugreisen nach Nah und Fern; der Luxus, unser Auto bis zum nächsten Supermarkt um die Ecke zu benutzen, um selbst im tiefsten Winter die frischesten Bananen aus Ghana und Kiwis aus Neuseeland kaufen zu können. Diese Annehmlichkeiten bleiben jedoch nicht ohne Konsequenzen.  Der Planet beginnt sich langsam an der Menschheit zu rächen.

Wie der Weltklimarat IPCC (Intergovermental Panel on Climate Change) in einem kürzlich veröffentlichen Beitrag zeigt, müssen Treibhausgase und Emissionen deutlich reduziert werden. Auch die weltweit bekannte  und größte Umweltschutzorganisation Greenpeace informiert täglich über die katastrophalen  Veränderungen unseres Planeten: Bis heute ist die Durchschnittstemperatur um 0,74 Grad Celsius gestiegen; jedes Jahr nimmt die Menge an Kohlendioxid um weitere 3 Prozent zu. Umdenken ist nun gefragt. Wenn die Menschen in den folgenden 15 Jahren nichts an ihrem Lebensstil ändern, stehen die kommenden Generationen vor einem fast unlösbaren Problem.

Dass die EU-Kommission den Zielwert für die Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030 mit 40 Prozent festlegen will  (basierend auf einem Ausgangswert von 1990), ist ein gutes Zeichen. Das zeitgleich verkündet wurde, dass in Zukunft auf verbindliche Zielwerte für den Anteil erneuerbarer Energie verzichtet werden soll, allerdings weniger.

Alleine auf die Ziele und Vorschläge der EU-Kommission sollte man sich jedoch ohnehin nicht verlassen, denn auch für jeden einzelnen ist es an der Zeit Maßnahmen zu setzten und eine kleine Verbesserung der Umweltsituation könnte schon durch kleine Umstellungen im Alltag geschehen. Stofftaschen können ohne weiteres anstelle von Plastiksäcken verwendet werden, auch öffentliche Verkehrsmittel bieten genug Komfort, um in die Arbeit zu gelangen, regionale Lebensmittel sättigen ebenso wie importierte Produkte und zwischen einem veganen Lebensstil und dem täglichen Schnitzel, gibt es auch noch einen sehr breiten Mittelweg, der zur Reduktion von Treibhausgassen beitragen kann .

Das Umdenken der Bevölkerung ist das Um und Auf in Klimaschutzfragen. Durch kleine Veränderungen  im Alltag wird die Regierung auch in großen Entscheidungen zum Handeln gezwungen. Gerade in Österreich könnte man den Großteil der benötigten Energieversorgung durch alternative Energiegewinnung – in Westösterreich durch die Nutzung von Wasserkraftwerken und in Ostösterreich beispielsweise durch die Errichtung von Windrädern – abdecken. Österreich könnte damit weiter als gutes Beispiel vorrangehen und sich von Atomenergie mehr oder weniger unabhängig machen.

Natürlich sind drastische Maßnahmen wie die Umstellung auf erneuerbare Energie auch mit hohen Kosten verbunden. Ungeachtet des finanziellen Aufwandes sollte unser Planet es uns wert sein, auf manche Annehmlichkeiten unseres luxuriösen Alltags zu verzichten. Die Menschheit muss endlich dazu bereit sein, ihre Komfortzone zu verlassen und versuchen, Kompromisse einzugehen. Die Rettung unseres Planeten ist nur auf diesem einen Weg erreichbar, ein Weg, der nicht von finanziellen Überlegungen abhängig sein darf.

Foto: cc by Oxfam International