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Irland

Irland ist bekannt für grüne saftige Wiesen, Kobolde, St. Patricks Day und Goldkessel. Doch sind das nur Klischees um Touristen anzulocken oder tatsächlich wichtige Bestandteile der Irischen Kultur? Die 23-jährige Sabine, die gerade ein Jahr in Irland verbringt, vermittelt eine neue Sichtweise auf die Mythen der Iren und Irinnen und welche davon ein wichtiger Bestandteil des irischen Alltags sind.

Irland hat sich von einer im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft in eine moderne, technisch hoch entwickelte Wirtschaft entwickelt, weshalb Irland auch – in Anlehnung an asiatische Schwellenländer – der keltische Tiger genannt wird. Die Geschichte Irlands ist von Unruhen und Leiden geprägt, dennoch hat Sabine die Iren und Irinnen als liebevolle, musikalische Menschen kennengelernt, welche gerne und viele Geschichten erzählen.

„Früher war es nicht so einfach“, erzählten die Gasteltern von Sabine. Der Grund war der Nordirlandkonflikt, welcher von den 1960er Jahren bis 1998 schwelte: Ein Identitäts- und Machtkampf zwischen den zwei Bevölkerungsgruppen – englisch- und schottischstämmige ProtestantInnen auf der einen und irische KatholikInnen auf der anderen Seite – in Nordirland, das nach dem Irischen Unabhängigkeitskrieg eine britische Provinz blieb. Noch heute sind die nordöstlichen Gebiete protestantisch und die westlichen Gebiete katholisch.  Rund 4.000 Menschen starben infolge von Gewalt und bis heute sind die politischen und sozialen Einstellungen vieler Menschen durch den Konflikt geprägt, so auch die der Gasteltern von Sabine.

Kobolde, Feen & St. Patrick’s Day

In der Folklore ist Irland bekannt für seine mythologischen Gestalten, wobei der bekannteste wohl der Leprechaun (rothaariger Kobold mit grüner Kleidung) ist. Man sagt, wenn man ihn fängt, führt er einen zu einem Kessel voll Gold am Ende eines Regenbogens. Schlecht hingegen ist es, wenn man eine Banshee (Totenfee) trifft, denn wenn man sie erblickt ist dies ein Zeichen eines bevorstehenden Unglücks. „Ich habe die Iren und Irinnen als realistische Menschen kennengelernt, die einzigen, die an diese Märchenwelt glauben, sind die Touristen“, so Sabine.

Doch die bekannteste Irische Tradition ist wohl der St. Patrick’s Day, der heute –  jedes Jahr am 17. März –  weltweit gefeiert wird. Dieser Tag ist ein gesetzlich anerkannter Feiertag, der dem verstorbenen irischen Bischof Patrick gewidmet wird. An diesem Tag ist grün die Farbe im Vordergrund. In Chicago, wo sich viele irische Auswanderer ansiedelten, wird sogar der Chicago River grün gefärbt. Auch das Bier (aber nicht das irische Guinness) wird an diesem Tag oft grün eingefärbt. „Wir freuen uns schon alle sehr auf den Lá Fhéile Pádraig (so heißt der St. Patrick´s Day in Irland), denn dort können wir eine Pause in der Fastenzeit einlegen und essen was wir wollen“, erzählte Sabines Gastmutter mit strahlendem Gesicht.

„Ich habe die Iren und Irinnen als liebevolle und interessante Menschen kennengelernt und ich werde sehr traurig sein, wenn mein Auslandsjahr vorbei ist“, sagte Sabine. Die schönen Landschaften Irlands wird sie neben den offenen Menschen auch sehr vermissen. „Aber vielleicht finde ich ja doch  noch einen Goldkessel am Ende eines Regenbogens“, meint sie hoffnungsvoll.

 

Steckbrief

Irland ist seit 1973 Mitglied der Europäischen Union. Staatsoberhaupt ist Präsident Dr. Michael D. Higgins, im Europäischen Rat wird Irland aber von Ministerpräsident Kenny vertreten. Irland will mit 15. Dezember 2013 aus dem EU-Rettungsschirm austreten und somit ohne Finanzhilfen auskommen.

Mitglied der Eurozone: Ja

EU-Abgeordnete: 12

KommissarMáire Geoghegan-Quinn (Forschung und Innovation

VertreterIn im Europäischen RatEnda Kenny, Ministerpräsident

Hauptstadt: Dublin

EinwohnerInnenzahl: 4,58 Millionen

Fläche: 70.182 km²

Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner pro km²

Amtssprache: Irisch, Englisch

Regionale Amtssprache(n): Shelta

Autochthone Minderheiten: irische Traveller (Pavee, Roma)

Die Wahrzeichen von Irland sind der berühmte Leprechaun („Naturgeist“), die Harfe, die Rundtürme, das Keltenkreuz und das Kleeblatt.

Foto by Jannis Koenig (cc by-nc-nd)