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La bella Italia

Zum Frühstück einen Cappuccino und frische Croissants, danach den ganzen Tag bei Sonnenschein und 30 Grad am Strand liegen, den Blick aufs Meer genießen, sich abends schick anziehen, Pizza oder Pasta essen, dann mit einem Eis in der Hand durch die Straßen flanieren und alte Kirchen bestaunen: unsere Vorstellung von Italien. An viel mehr als Sonne, Strand und Meer sowie Pizza, Pasta und Gelati denken wir meist nicht, wenn wir „Italien“ hören.

Lavorare in Italia

Letizia schon, denn sie lebt in Rom. Mitten im Paradies? –Nein. „Ich glaube, andere Länder sind besser zum Leben und Arbeiten“, meint sie. „Italien ist keine Leistungsgesellschaft. Um einen guten Job zu bekommen muss man nicht besonders toll sein, sondern die richtigen Leute kennen. Diese Einstellung gefällt mir nicht.“ Deshalb möchte Letizia auch einmal auswandern, am liebsten in die USA, weil dort die Leistung und nicht die Stellung in der Gesellschaft zähle. In das Land, wo man angeblich vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann. In das Land, wo jeder eine faire Chance bekommt. In das Land, das im Bezug auf „Arbeit“ das komplette Gegenteil von Italien ist. „Ich denke, dort kann man besser forschen und seine Ziele verfolgen als hier, in Italien. Und man verdient mehr Geld“, erklärt Letizia am Ende grinsend.

Die Arbeitslosigkeit in Italien ist in den letzten Jahren stetig  gestiegen. Derzeit liegt sie bei 12,7 Prozent (in Österreich bei 4,8 Prozent – der niedrigste Wert in der ganzen EU), das heißt, dass jede/r achte ItalienerIn keinen Job hat. Besonders schlimm verhält sich die Lage bei den Jungen: Die Arbeitslosigkeit der unter 24-Jährigen ist auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1977 gestiegen, nämlich auf 41,6 Prozent.

Turisti in Italia

TouristInnen ist dieser Aspekt von Italien allerdings ziemlich egal. Was macht es schon, wenn der Bus den Fahrplan nicht einhält? Man hat Zeit, es sind Ferien. Und es gibt so viel Anderes zu bestaunen. Es gibt es also doch, dieses schöne Italien, la bella Italia? „Sì, l’Italia è bella“, bestätigt Letizia lächelnd diese Frage. Zum Beispiel gäbe es wunderschöne Bauwerke. Und wer schon einmal den Dom in Milano, den Palazzo della Signoria in Florenz oder das Kolosseum in Rom gesehen hat – um nur einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu nennen – weiß, wovon sie spricht.

Mangiare in Italia

Auf die Frage, was die typischste und beste Sache Italiens sei, mein Letizia: „Wahrscheinlich unser Essen, aber – und das finden sogar wir Einheimischen – das ist richtig gut!“ Hier die bekanntesten Beispiele: Die Pizza, die mit roter Tomatensoße, weißem Mozzarella und grünem Basilikum sogar die Farben der italienischen Flagge trägt, wurde inzwischen weltweit exportiert. Und wer hätte gedacht, dass sich in Rom das weltweit einzige Pasta-Museum, in dem die Geschichte der Nudeln gezeigt wird, befindet? Der Ursprung des Eises findet sich allerdings nicht in Italien, wo man ja bekanntlich das weltbeste Gelati bekommt, sondern im antiken China. Jedoch erschien in Neapel (Italien) das erste Buch über die Eiszubereitung.

L’Italia è…

Zusammenfassend könnte man sagen: Die Fleißigsten sind die Italiener anscheinend nicht. Während das manche Einheimische, wie Letizia, stört finden TouristInnen es eher entspannend, dass es keinen Stress gibt, auch nicht in ihrer Umgebung. Aber in einigen Punkten sind sich alle einig:

1.)    Verhungern wird man in Italien bestimmt nicht!

2.)    Es gibt unzählige Bauwerke zu besichtigen!

3.)    Es ist einfach schön, la bella Italia!

 

Steckbrief

Italien ist seit 1958 in der Europäischen Union.

Mitglied der EurozoneJa

EU-Abgeordnete: 73

Kommissar: Antonio Tajani (Unternehmen und Industrie)

VertreterIn im Europäischen RatEnrico Letta, Ministerpräsident

Hauptstadt: Rom

EinwohnerInnenzahl: 60,6 Millionen

Fläche: 301.338 km²

Bevölkerungsdichte: 201 EinwohnerInnen pro km²

Amtssprache: Italienisch

Regionale Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Ladinisch und Slowenisch; Darüber hinaus sieht ein staatliches Gesetz aus dem Jahr 1999 den Schutz folgender Minderheitensprachen vor: Albanisch, Franko-Provenzalisch, Furlan, Griechisch, Katalanisch, Molisekroatisch, Okzitanisch und Sardisch. Bisher ist dieses Gesetz bis auf einige Ausnahmen aber nicht umgesetzt worden.

Foto by Josefin Fischer (cc by-nc-nd)