Stimmzettel

Wohin setzen wir unser Kreuzerl?

Mittlerweile sind es keine zwei Monate mehr bis zur Wahl. Die Kandidaten stehen schon lange fest, erste Plakate werden aufgehängt und die Leute beginnen, sich zu informieren. Aber was ist eigentlich wahlentscheidend? Welche Faktoren beeinflussen, wo schließlich das Kreuz gesetzt wird? Deshalb habe ich mich in meiner Umgebung (Eisenstadt, Oslip, Trausdorf) umgehört, zirka 30 Personen befragt, und einige Gründe herausgefunden.

1. Gewohnheiten

Die allgemeine Einstellung zur Wahl beeinflusst das Ergebnis am meisten. Eine Hand voll Wahlberechtigter ist enttäuscht aufgrund anderer oder früherer Wahlen. Sie sind der Meinung, dass Wählen sowieso keinen Sinn mehr macht, da niemand seine Versprechen einhält und die Ziele nicht erfüllt werden. Da sie von Haus aus Nichtwähler sind, werden sie auch diese Wahl nicht besuchen.

Andere denken nicht sonderlich viel darüber nach, sondern wählen die altbekannte Partei ihres Vertrauens. Menschen mögen Gewohnheiten und das wirkt sich auch auf ihre Wahlentscheidung aus. In Dörfern und kleineren Städten, wo ganze Familien einer bestimmten Partei angehören, ist es manchmal noch selbstverständlich, dass alle das Gleiche wählen.

2. Einstellung zur Europäischen Union

Viele sind sehr positiv gegenüber der EU eingestellt. Je mehr Staaten zusammenarbeiten, desto besser können sie Europas Politik führen und gemeinsame Ziele erreichen, was bis jetzt gut funktioniert hat. Andere sind skeptisch und verstehen beispielsweise den Grund einiger neue Gesetzte nicht. (Wieso dürfen wir keine Glühbirnen mehr verwenden und weshalb müssen Gurken eigentlich gerade wachsen?) Dritte fordern sogar den Austritt der EU, da wir ohne sie besser dran wären. Wenige haben gar keine Meinung, da sie denken die EU hat mit ihnen nichts zu tun. Sie empfinden die Wahl als unwichtig und interessieren sich nicht dafür.

3. Das Wahlprogramm

Fast jeder wählt diejenige Partei, die seine/ihre Interessen optimal vertritt. Vor allem Erstwähler und junge Menschen achten auf den Inhalt und die Vorhaben und weniger auf die Partei, die dahinter steht. Es geht um ihre Zukunft und sie entscheiden, was für sie am wichtigsten ist. Soll der Binnenmarkt erweitert, die Wirtschaft angekurbelt oder der Umwelt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden?

4. Information

Entscheidend ist auch, wie gut sich die Leute auskennen und ob sie die Möglichkeiten überblicken können. „Ich weiß ja nicht einmal, was wir da überhaupt wählen.“ Noch sind die Menschen zu wenig informiert, es mangelt an Wahlwerbung. Dies wird sich aber spätestens zur heißen Phase des Wahlkampfes (vier Wochen vor der Wahl) ändern.

Hinzu kommt, dass sich seit der letzten Wahl im Jahr 2009 sehr viel verändert hat. Heutzutage spielt das Internet in der Wahlentscheidung eine sehr große Rolle. Der Internet-Wahlkampf gewinnt an Bedeutung und hauptsächlich Jüngere holen sich die Informationen von den Webseiten der unterschiedlichen Parteien. Sehr viele meinen, dass ein guter Politiker/eine gute Politikerin auch im Internet vertreten sein muss. Denn je mehr man darüber weiß und je öfters man davon hört, desto eher wird man diese oder jene Partei wählen.

5. Personen, die zur Wahl stehen

Manchen Menschen ist nicht nur die Partei, sondern auch die Person, die sie direkt vertritt, wichtig. Je nach Aussehen und Charakter ist sie sympathischer und wirkt glaubwürdiger. Einigen ist es auch wichtig, wie die Person privat ist. Hat er/sie eine Familie und Kinder oder lebt derjenige nur für die Arbeit? Ist die Person eher neu oder hat er/sie schon jahrelange Erfahrung in der Politik?

Schaut man sich aktuelle Artikel und Umfragen an, werden heuer, im Gegensatz zum letzten Mal (46 Prozent), mehr Leute die Wahl besuchen. Aus welchem Grund Sie nun ihr Kreuz genau in diesen einen, bestimmten Kreis machen, ist Ihre persönliche Sache. Entscheidend aber ist, dass Sie am 25.Mai Ihre Stimme abgeben und damit Einfluss auf die Zukunft Europas haben.